Acht bis zehn MLP-Berater im Hörsaal

Pascal Dormitz (Name geändert) berichtet aus Ludwigshafen

 

Ich habe an der Hochschule Ludwigshafen im Master Controlling studiert. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Decision Making“ im Sommer 2018 wurden ich und meine Kommilitonen Teil einer Verkaufsveranstaltung des Finanzvertriebs MLP.

Unser Professor hatte zuvor angekündigt, dass es in ein, zwei Wochen ein Gehaltstraining in der Lehrveranstaltung geben würde. Auf die Nachfrage, ob dieses prüfungsrelevant sein werde, sagte er, dass es prüfungsrelevant sei und auch wichtig für das Thema der Lehrveranstaltung (Decision Making). Der Professor war nur kurz am Anfang im Raum, dann wurde an MLP übergeben. Der Finanzvertrieb war mit acht bis zehn Leuten vor Ort. Die Veranstaltung wurde in Gruppen aufgeteilt. Jede bekam MLPler zugewiesen, zusätzlich gab es noch ein paar „Springer“ von MLP zwischen den Gruppen.

Ich muss dazu sagen, dass MLP sich nicht extrem aufgedrängt hat.  Inhaltlich wurde abgedeckt, was versprochen wurde, nämlich Hinweise zur Gehaltsverhandlung.

Gegen Ende der Veranstaltung wurde jedoch explizit darauf hingewiesen, dass man noch eine individuelle Gehaltsanalyse durch MLP bekommen könne, hierfür wurden Bögen ausgeteilt, die alle Studierenden ausfüllen sollten. Während des Ausfüllens gingen die MLPler durch die Reihen. Die Atmosphäre war seltsam und einschüchternd, da es nicht möglich schien, die Bögen nicht auszufüllen.

Ich weiß von Kollegen, dass sie den Gehaltsanalyse-Test bei MLP mitgemacht haben. Nach dem Test wurde dann ein Folgetermin ausgemacht, um die „Zukunftsplanung“ anzugehen.